Eine Reise in die Welt der Wikinger

22. August 2017
Sie haben das neue Osttor entdeckt: Andreas und Susanne Szakacs mit ihren Söhnen Matthias (8) und Joachim (4) aus Neu-Ulm. (Foto: Helga Böwadt)

Sie haben das neue Osttor entdeckt: Andreas und Susanne Szakacs mit ihren Söhnen Matthias (8) und Joachim (4) aus Neu-Ulm. (Foto: Helga Böwadt)

Wallsbüll: Aufmerksame Besucher des großen Wikinger- und Händlermarktes am vergangenen Wochenende in Valsgaard staunten nicht schlecht, als sie plötzlich von der Ostseite her die Hofanlage durch ein großes Tor betreten konnten. Es waren nicht die Valsgaarder, die hier Hand angelegt hatten, sondern Mitarbeiter einer Filmcrew. Für den Film „Redbad“ des niederländischen Regisseurs Roel Reiné sind international verschiedene Drehorte geplant – und Ende September gehört Wallsbüll dazu. Ganz unscheinbar lagen kleine Info-Zettel am Getränkestand kurz hinter dem Eingang aus: „Komparsen gesucht“. Wer also den Mut hat, sich registrieren zu lassen, wird sich vielleicht im nächsten Jahr in einem großen epischen Film im Kino wiederentdecken können.

Zu den ersten Bewunderern des neuen Tores – das übrigens auch nach den Filmaufnahmen stehen bleiben darf – gehörten Susanne und Andreas Szakacs aus Neu-Ulm. Mit ihren Kindern Matthias und Joachim verbringen sie zurzeit ihren Urlaub auf Nordstrand. Zu Hause in Bayern gehören sie dem Mittelalterverein „Arbor Ferox“ an und kleiden sich für Marktbesuche entsprechend wie Handwerker aus dem 12. Jahrhundert. Ihnen gefiel die Atmosphäre im hohen Norden: „Es ist schön, wie viel echtes Handwerk hier gezeigt wird – es geht nicht in erster Linie um Kommerz.“

Damit sprachen sie vermutlich den meisten der rund 1.000 Besucher aus der Seele, die sich auch durch regelmäßige Regenschauer nicht die gute Stimmung nehmen ließen. „Wir haben Sonnenlieder gesungen, viel gelacht und Sonnentänze von Pfütze zu Pfütze getanzt“, sagte Christine von Röthlin. Ähnlich humorvoll nahm es Gerätewart Kai Wollesen von der Freiwilligen Feuerwehr. Wie andere Wallsbüller Vereine unterstützen sie jedes Jahr tatkräftig die Veranstaltung „Schlacht bei Wallsbüll“. „Fünfmal war ich schon in Aktion“, sagte er und wischte wiedermal mit einem großen Rakel Tische und Bänke trocken – während die Sonne bereits wieder schien und die Schlange am Grillstand immer länger wurde. Für das leibliche Wohl war ohnehin von Pommes, Kuchen bis zu Eintopf aus „Blinas Koek“ reichlich gesorgt.

Vergnügliche Unterhaltung fanden Groß und Klein am Rande des großen Zeltlagers bei den Kämpfen der Wikinger. Rund 50 starke Krieger standen sich gegenüber, bewaffnet mit Schwert, Axt oder Speer und von farbenprächtigen Schilden geschützt. Nach festen Regeln wurde hart gekämpft – aber zum Schluss erhoben sich alle wieder mit einem Augenzwinkern.

Doch auch für die leisen Töne war Platz. Man konnte dem Harfenspiel der Gruppe „Brisinga“ lauschen oder sich Wikingergeschichten von Handpuppen erzählen lassen. Und unterwegs traf man „Löffel-Gynni“ alias Rolf Schicker aus Tolk mit seinem Bollerwagen, voll bepackt mit Nützlichem für den Haushalt. Asta Skorsetz aus Esgrus erstand einen handgemachten Holzlöffel: „Er passt in meine Küche, es ist schon mein zweiter Löffel.“

Flensburger Tageblatt 21. August 2017 / Helga Böwadt

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    • Für Schadstoffe aus privaten Haushalten

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Wallsbüll-Impressionen