Warten auf den kleinen Auftritt

24. September 2017
Komparsen bei den Dreharbeiten zu "Redbad" warten auf ihren Einsatz: Carina Eydt (von links) und Marilena Wittmaack mit Mariella Klaassen van Oorschot vom Produktionsteam.

Komparsen bei den Dreharbeiten zu „Redbad“ warten auf ihren Einsatz: Carina Eydt (von links) und Marilena Wittmaack mit Mariella Klaassen van Oorschot vom Produktionsteam. (Foto: Helga Böwadt)

Wallsbüll: Es sind spannende Tage in Wallsbüll. Der Tross der internationalen Filmcrew ist angereist und bevölkert die Plätze in und um die Hofanlage von Valsgaard, um Szenen für den Film „Redbad“ des niederländischen Regisseurs Roel Reiné im historischen Ambiente zu drehen. Rund 15 große und kleine Lkw parken auf dem Sportplatz, riesige Zelte sind aufgebaut, Hubsteiger stehen bereit und in der Hofanlage selbst stehen Gerüste mit Scheinwerfern und eine Anlage zur Regensimulation. Mittendrin lagern rund 60 Komparsen, die auf ihren Einsatz warten. Zu ihnen gehört Marilena Wittmaack (20) aus Rendsburg: „Ich habe mich beworben, weil ich gern zu Wikingermärkten gehe und in Haithabu auch schon einmal an einem Aktionstag mitgemacht habe.“ Es stört sie nicht, dass sie nicht ihr eigenes Gewand tragen darf, weil die Farbe nicht zu den Friesen passt, die hier verkörpert werden. Dafür sind ihre rötlichen Haare perfekt. „Es ist verdammt cool hier“, sagt sie. Es sei eine tolle Erfahrung zu erleben, wie oft eine Szene wiederholt werden muss, bis sie endlich im Kasten ist. „Ich musste immer wieder aus dem Langhaus ’raus- und reingehen.“

Carina Eydt (35) aus Wallsbüll hat über die Zeitung von dem Komparsenaufruf erfahren und sich gemeldet, obwohl sie nur an einem Tag Zeit hat. „Ich bin ohne Erwartung gekommen“, sagt sie, „bin einfach nur neugierig“. Man merkt ihr die Begeisterung an, allerdings sieht sie nicht so frisch aus wie sonst. „Wir wurden so geschminkt, dass wir müde aussehen“, erklärt sie ihre dunklen Augenschatten, denn im Film seien sie auf der Flucht.

Die etwas düstere Atmosphäre wird durch den künstlich erzeugten Regen noch verstärkt, und wenn sie irgendwann im Laufe dieses langen Drehtages noch richtig nass wird, passt ihr verfilzter Haarzopf gut dazu. Glücklicherweise beherbergt ein großes Zelt nicht nur Hunderte von Kostümen, Schuhen in allen Größen und weiteren Requisiten, sondern auch ein Trocknungsgerät.

Müde, mit lehm-beschmutztem Gewand und mit grauem Haar plötzlich gealtert ist die Vorsitzende des Vereins Valsgaard, Helga Pitroff, kaum wiederzuerkennen. Als Kräuterhexe soll sie in einer Szene vorkommen, aber bis dahin teilt sie das Schicksal vieler Komparsen — sie muss lange auf ihren Einsatz warten. Zwischendurch hört man eine Gruppe niederländischer Komparsen, alle als Mönche mit Tonsur und Kutte hergerichtet und sehr beleibt, wie sie Choräle üben. „Wir sollen nachher über die Mönche tuscheln“, sagt Marilena Wittmaack, die bedauert, nur einen Tag dabei sein zu können. Offenbar haben die meisten Komparsen eine persönliche Affinität zu den Wikingern und sich diesen Film gezielt ausgesucht. Erik Mölbach (70) aus Schafflund hat schon viele geschichtsträchtige Orte besucht und ist ein Fan von Wikingergeschichten. „Die ganze Organisation gefällt mir sehr. Es ist gewaltig, was sie hier auf die Beine gestellt haben“, sagt er und freut sich, an allen vier Drehtagen zum Set zu gehören. Nur seinen Wikingerhund konnte niemand gebrauchen.

Bürgermeister Werner Asmus sieht dem Treiben auf dem Set entspannt zu: „Wir haben vorher drei Tage Chaos gehabt, aber mit Drehbeginn läuft es top.“ Bis zur letzten Sekunde seien noch organisatorische Eingriffe erforderlich gewesen. Und im Gemeindehaus läuft alles geregelt ab: In einigen Räumen finden reguläre Vereinsveranstaltungen statt, während in anderen das internationale Produktionsteam mit seiner Zentrale sitzt.

Flensburger Tageblatt 24. September 2017 / Helga Böwadt

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