Was sich die Bürger wünschen

Zurück zur Startseite 12. März 2019
Rund 100 Einwohner konnte Wallsbülls Bürgermeister Arno Asmus (r.) zur ersten Einwohnerversammlung begrüßen. - Foto: Reinhard Friedrichsen
Rund 100 Einwohner konnte Wallsbülls Bürgermeister Arno Asmus (r.) zur ersten Einwohnerversammlung begrüßen. – Foto: Reinhard Friedrichsen

Wallsbüll: Die Gemeinde hatte zur ersten Einwohnerversammlung überhaupt eingeladen – und 100 Wallsbüller kamen. Gesetzlich sind solche Versammlungen zwar nicht mehr zwingend vorgeschrieben, aber die Gemeinde Wallsbüll hat einen Termin pro Jahr in der Hauptsatzung verankert. „Ich bin ein großer Freund davon. So sehen wir uns jedes Jahr wieder und können uns austauschen, was wir erreicht haben“, begrüßte Bürgermeister Arno Asmus die versammelten Bürger.

Wald statt Windkraft

Diese erfuhren nun leicht verständlich einige Eckdaten über ihre Gemeinde, von der Anzahl der Hunde bis hin zum Einblick in den Gemeindehaushalt 2019. Einiges führte auch bei Alteingesessenen zu einem „Ach so“. So ist Wallsbüll mit seinen 933 Einwohnern eine der wenigen ländlichen Gemeinden dieser Größenordnung, in denen keine erneuerbaren Energien erzeugt werden, weder Windkraft, Biogas noch Photovoltaik. „Dafür haben wir aber 500 Hektar gesunden Wald“, berichtete Asmus. Und die Zusammensetzung der Gemeindevertretung mit fünf Frauen von elf Mitgliedern sei die höchste Frauenquote im Amt Schafflund.

Wir müssen gemeinsam für Wallsbüll entscheiden, wo wir in den nächsten 20 Jahren hinwollen.

Arno Asmus, Bürgermeister Wallsbüll

Asmus nutzte die Versammlung, um auf zwei größere Ereignisse hinzuweisen, in die alle Bürger eingebunden werden sollen. Um zukünftig öffentliche Fördergelder für verschiedene Vorhaben zu erhalten, sei es eine zwingende Voraussetzung, einen Dorfentwicklungsplan zu erstellen. Die Arbeiten dazu sollen nach Möglichkeit im Mai mit Workshops unter Beteiligung möglichst vieler Bürger beginnen und hoffentlich noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. „Wir müssen gemeinsam für Wallsbüll entscheiden, wo wir in den nächsten 20 Jahren hinwollen“, schwor Asmus die Anwesenden ein.

Das zweite gemeinsame Unterfangen wird die Erstellung eines Quartierskonzeptes sein. Mit einem solchen Konzept sind Fördermittel möglich, die 85 Prozent der Kosten für energetische Maßnahmen abdecken können. „Wir haben in den nächsten zehn bis 15 Jahren hohen Sanierungsbedarf in den gemeindlichen Liegenschaften“, führte Asmus aus. Aber auch Privathaushalte können zusätzlich mit 2.000 Euro für eine solche Maßnahme gefördert werden.

Hauptstraße wird endlich saniert

Wallsbüll werde wachsen, so Asmus weiter. Das zugebilligte Wohnbaukontingent sehe 44 Wohnbaugrundstücke bis 2030 vor. Aber: „Wallsbüll ist in seiner Ausdehnungsmöglichkeit sehr beschränkt, da es weitreichend von Wald umgeben ist“, gab Asmus zu bedenken. Daher werde man das Kontingent vielleicht nicht komplett ausschöpfen können. Dies habe aber auch einen Vorteil, da die gemeindeeigene Kläranlage nur für 1000 Einwohner ausgelegt sei.

Erfreut nahmen die Einwohner zur Kenntnis, dass die Hauptstraße 2020 endlich saniert werden soll, was zu einer zweimonatigen Sperrung führt. Aber die Wallsbüller hatten weitere Wünsche. Christine Dewes und Martina Paulini sprachen Lücken in der Straßenbeleuchtung an. „Wir müssen einmal im Dunkeln eine Bereisung dazu durchführen“, regte Asmus an. Evelyn Juhnke wünschte ein paar Blumenwiesen mehr, um etwas für die Insekten zu tun. Heinz Maleyka rügte: „Das Buswartehäuschen in der Hauptstraße ist ein Schandfleck“, und wünschte sich neben einem neuen weitere Sitzbänke im Innen- und Außenbereich. Eine Boccia-Bahn in der Freizeitanlage wurde ebenso angeregt wie eine Minigolf-Anlage auf den ehemaligen Tennisplätzen. Insgesamt kamen fast 20 Anregungen zu allen Bereichen des Dorfgemeinschaftslebens auf den Tisch.

„Wir wünschen uns, dass ihr beim Dorfentwicklungsplan und beim Quartierskonzept ebenso mitarbeitet“, zeigte sich Asmus mit der ersten Einwohnerversammlung zufrieden. Und die Bürger? Sie waren es auch. „Es war großartig“, sagte Björn Wagner, „zumal es bei dieser Versammlung eigentlich um nichts Schwerwiegendes ging.“

SHZ / Flensburger Tageblatt 12. März 2019 / Reinhard Friedrichsen

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