Wikinger-Spektakel in Wallsbüll

Zurück zur Startseite 29. August 2010
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Fotos Jan Kirschner

(ki). „Heute Abend gibt es Schnitzel“, sagt ein Kämpfer. „Ja, eines mit Plastik-Besatz“, sagt der andere. So ein kleines Wikinger-Scharmützel im „wilden, stinkenden Haufen“ kann durchaus amüsant sein. Vor allem wenn es – so wie am letzten Wochenende in Wallsbüll – der Unterhaltung der zahlreichen Zuschauer dient.

Und wenn jeder weiß, dass wirklich jeder Beteiligte vom Gebet „Götter, lasst die Krieger wieder auferstehen“ profitiert.

Auf der Geest kamen zahlreiche Teilnehmer aus ganz Deutschland zusammen und ließen die historische Epoche um das Jahr 1000 aufleben.

Wäre es Schule gewesen, könnte man Geschichts- Unterricht nicht anschaulicher gestalten. Unterhalb der Siedlung Valsgaard, die anhand historischer Bauweisen nachgebaut wird, wurde gehandelt, gewerkelt, Brot gebacken – und sogar geheiratet.

Ein Paar aus Ladelund war am Freitag auf dem Standesamt den Bund der Ehe eingegangen und feierte nun nach Wikinger-Art. Fast die gesamte Festgesellschaft war verkleidet. Ein Wort, das Protest hervorrief. „Wir sind gewandet, verkleiden tut man sich beim Fasching“, klärte ein Teilnehmer auf.

„Es ist wie Urlaub“, sagte Björn Stein, der vor elf Jahren vom Historien-Virus gepackt wurde und seitdem seine Frei- zur Wikinger-Zeit macht.

Die letzten Wochen waren allerdings wenig erholsam. Der Zimmermann aus Steinbergkirche gehörte zu den Organisatoren der „Schlacht um Wallsbüll“.

Fotos Jan Kirschner

Fotos Jan Kirschner

Und auch so ein kleines Scharmützel ist nicht nur Spaß, sondern auch Arbeit. Bis man sich so richtig mit Metallschutz und ungeschliffenem Schwert umgehen kann, vergehen „gut zwei JahreTraining“, erklärt Björn Stein. Selbst in der kalten Jahreszeit geht es in die Turnhalle oder ins Winter- Zeltlager. Und die Kampfeinlage ist durchaus ein Wettkampf mit vorgegebenenTrefferzonen.

Artikel und Fotos Jan Kirschner,  Quelle:“Die Wochenschau“ vom 29.08.2010

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